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Bericht Sommerausfahrt

Samstag 18. Juli 2026 | Destination: Jura 

Aus der Perspektive von Gästen: vier Monate Corvette-Besitz, erste Clubausfahrt, bleibendes
Staunen.

Vier Monate Corvette-Besitz. Das ist wenig. Entsprechend offen, neugierig und ehrlich gesagt leicht nervös kamen wir als Gäste zu dieser Sommerausfahrt des Clubs nach Balsthal. Was uns dort erwartete, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Dann rollte eine Corvette nach der anderen an. Und noch eine. Und nochmals eine. Bis 27 Fahrzeuge nebeneinander standen und der Parkplatz aussah wie eine sehr gut organisierte Corvette Ausstellung. Bei Kaffee und Gipfeli liessen wir das Bild auf uns wirken und die Vorfreude stieg.

Was dann kam, liess keine Zeit zum Nachdenken. Vollgetankt, Motoren dröhnend und der Corvette Corso rollte. Zuerst über den Scheltenpass: steil, schmal, ohne Mittelstreifen, ursprünglich aus militärstrategischen Gründen gebaut. Das merkte man. Die Strasse wurde angelegt, um einen Übergang zu kontrollieren, nicht um bequem hindurchzukommen. Spass hat’s auf alle Fälle gemacht.

Weiter ging es durch Montsevelier, Vermes, Corcelles, Moutier und Perrefitte, durch Dörfer, die aussehen, als hätte die Zeit beschlossen, hier zu pausieren. Kurven, Hügel, typisches Jurapanorama. Und kurz bevor wir Bellelay erreichten, noch ein Highlight: eine enge Schlucht, fast senkrechte Felswände. Die Strasse betrachtet Breite als Luxus. Konzentriert fahren war für alle angesagt.

Die Pause in Bellelay beim Kloster war redlich verdient. Was uns dort aber fast mehr beeindruckte als die historische Kulisse: Der gesamte Gegenverkehr wartete geduldig, bis alle 27 Corvettes wieder aus dem Parkplatz in Reih und Glied rausgefahren waren. Kein Hupen, kein Drängeln. Ob das Jurassier-Gelassenheit ist oder die einschüchternde Wirkung einer 27-Fahrzeuge-Kolonne, konnten wir nicht abschliessend klären.

Nach der Pause wechselte die Landschaft komplett. Über Lajoux und Mont-Tramelan führte uns der Weg auf die weiten Jurahochebenen, vorbei an Windrädern auf dem Mont Crosin und Freiberger Pferden auf den Weiden, bevor wir hinunter nach Saint-Imier rollten. Die Aussicht traumhaft, das Wetter makellos. Die angekündigten Regenschauer blieben konsequent aus. Für manch Cabrio Fahrer unter uns war das mehr als eine Erleichterung: Keine Hektik aufgrund aufkommenden Regens, Verdecke blieben unten, Scheibenwischer unangetastet. Gut so.

Dann kamen wir im Golfclub in Les Bois an und es hiess wiederum, alle Corvettes parkieren. Einige Fahrzeuge fanden ihren Parkplatz auf dem Abschlagsplatz, was nicht weiter störte. Weiter Richtung Green empfahl sich allerdings nicht, die Golfer dort übten bereits den Abschlag und einen Golfball imAuspuff oder auf der Corvette wäre wohl ein regelrechter Spassverderber gewesen. Da kam der Apéro gerade richtig: ein Melonen-Cüpli, wahlweise auch in der Fahrervariante, und feine Häppli. Das nachfolgende Mittagessen im Golfclub war ausgezeichnet. Die Ankündigung, dass das Abenteuer jetzt erst so richtig losgehen würde, liess die bereits abgeflaute Nervosität wieder steigen.

Der Nachmittag führte uns Richtung Frankreich. Und ja, hier wurde es wirklich abenteuerlich. Über Cerneux-Godad fuhren wir hinunter nach Biaufond, wo Jura, Bern und Neuenburg aufeinandertreffen und der Doubs die Grenze markiert. Dann: in engen Kehren einige Höhenmeter aufwärts, über Charquemont und Damprichard, weiter durch Fessevillers. Strassen, die für Motorräder berühmt sind und für 27 Corvetten eine logistische Meisterleistung darstellen, manche mit Baustellen und Bodenwellen, was bei Corvette-Piloten mit tiefergelegtem Fahrwerk vermutlich zu etwas feuchten Händen geführt haben könnte. Die leise Stimme in unseren Hinterköpfen bei diesen schmalen Strassen liess sich kaum ignorieren: Bitte kein Traktor als Gegenverkehr. Keiner kam. Aufschnaufen.

Die Fahrt nach Goumois folgte auf ebensolch schmalen Strassen entlang fast senkrechter Kalkfelswände hinunter zum Grenzfluss Doubs, durch ein Dorf, das es zweimal gibt: links des Flusses französisch, rechts schweizerisch.

Am Schluss parkierten wir alle 27 Fahrzeuge in Saignelégier auf dem weitläufigen Platz des Marché Concours, der endlich genug Raum bot und betrachteten die aufgereihten Corvettes noch einmal in aller Ruhe. Beeindruckend wie am Morgen, nur mit mehr Staub auf den Rädern (und Kurven in denBeinen…), aber ohne nennenswerte Zwischenfälle. Den Abschluss machten wir dann mit einem kühlen Getränk im Hotel Bellevue, wo auch einige, von weiter weg angereist, ihr Nachtlager aufschlugen. Für uns als Neulinge galt nach diesem Tag das Motto:

"Als Gast gekommen, als Clubmitglied gegangen."

Herzlichen Dank an das Organisationsteam für einen unvergesslichen Anlass und den anwesenden Mitgliedern für die herzliche, noch inoffizielle, Aufnahme in den Club. Wir kommen wieder. Versprochen.

Bericht: Sibylle & Roland Jungen
Fotos: Beatrix Neef & Peter Lüthi
Album : 2026.07 Jura Album