2016.04 Frühlingsausfahrt - 60 Jahre Geheim
Die Wettervorhersage war bereits eine Woche vor der Ausfahrt schlecht. Regen von Freitag bis Montag. Je näher wir dem Samstag gekommen sind, desto klarer wurde, dass es kein Cabrio-Wetter noch zumindest eine trockene Fahrt geben wird.
Um 8.00 Uhr war Treffpunkt in Uster. Der Parkplatz war riesig und das hofften wir auch von der Beteiligung. Bei Abfahrt um 8.15 Uhr waren wir dann 14 Vetten.
Gleich zu Anfang wurden zwei Gruppen ausgesprochen. Die «Schnellen» und die «Gemütlichen». So war für jeden Fahrstil etwas dabei. Weiter wurden noch die Regeln des Konvoi Fahrens nochmals erwähnt, um an Kreuzungen den Hintermann nicht zu verlieren.
Die Schnellen fuhren los und ich mit meiner C3 mit alten Reifen gesellte mich zu den Gemütlichen, welche gleich darauf folgten.
Die Route ging durch eine sehr schöne Landschaft über die Hulftegg, die Wasserfluh richtig Säntis. Die Strecke ist sicher noch 10x schöner bei strahlendem Sonnenschein. So genossen wir sie zwischen den Scheibenwischern durch und unter wolkenbehangenem Himmel. Am Säntis angekommen war es frisch und es regnete weiterhin. Für den Tag darauf war auch Schnee angesagt. Zum Glück haben wir den Samstag ausgesucht.
Das neue Gebäude auf dem Säntis ist sehr modern, viel Beton und viel Platz für die Touristen. Es wartete bereits ein weiteres Paar mit ihrer Vette auf uns. Wir nahmen dort das Znüni mit Kaffee und Gipfeli.
Übrigens die Schnellen waren immer gleich schnell wie die Gemütlichen, denn bei dem Wetter wollte «Mann» keine Risiken eingehen, weder in Kurven noch beim Überholen.
Bei der Weiterfahrt sind wir alle zusammengeblieben und es ging weiter Richtung St. Margrethen. Auch diese Strecke hat mir ausgesprochen gut gefallen. Angekommen in St. Margrethen gab es einen zehnminütigen Fussmarsch zum Eingang des Bunkers «Heldsberg». Es wurde sogar ein kleiner Shuttle-Bus organisiert für diese Strecke, welche die Regenscheuen gerne nutzten.
Der Heldsberg wird von einem Verein für die Erhaltung der Anlage auf ehrenamtlicher Basis betrieben. Als erstes hatten wir das Mittagessen. Suppe mit Spatz oder/und Spaghetti mit verschiedenen Sossen wurden angeboten. Da wenige das Mittagessen in der Anmeldung ausgewählt hatten, wurden von Peter viele Spaghetti Menus vorbestellt.
Um rund 13.00 Uhr gab es dann die Führung durch den Bunker in 3 Gruppen. Die Führung dauerte ca. 2 Stunden und sie gingen mit all den Erzählungen, den damalig schlau überlegten Bauten und dem Waffenmuseum schnell vorbei. Nebst der Abwehrmethode am Eingang und den Geschützen war auch das noch voll ausgerüstet Lazarett ein Highlight des Bunkers. Für Techniker sicher auch sehr interessant ist die autonome Stromerzeugung und die Wasseraufbereitung.
Nach einer Cremeschnitte zum Abschluss gingen wir wieder zu Fuss zu unseren Fahrzeugen. Und da es ja keinen Ausflug ohne Pannen gibt hat sie Peter nun hier eingebaut.
Sein Navigationsgerät hat gestreikt, fror ein oder zeigte ihm kürzeste Wege via 30er Zonen etc. Seit diesem Tag sind 30er Zonen für mich Corvette Sammelstellen :-). Die Häuschen Besitzer in den ruhigen Quartieren hatten ihre Freude daran.
Aber nach der Irrfahrt in St. Margrethen und auch auf der österreichischen Seite haben wir dann doch das Schloss in Feldkirch erreicht. Es waren reservierte Parkplätze vorhanden. Eine Führung durch das Schloss wäre auf freiwilliger Basis noch zur Verfügung gestanden. Allerdings hat keiner mehr Lust auf die Führung gehabt und so sind wir direkt ins Restaurant. Im schönen Keller haben wir dann den Apéro und danach das Essen genossen.
Zuerst wurde uns ein Salat gebracht und gleich darauf ein Riesen Wienerschnitzel. Die Spezialität des Hauses. Natürlich gab es dazu noch die Preiselbeeren. Zum Abschluss gab es noch Strudel als Dessert. Das Essen war wirklich sehr gut.
Nach all der Regenfahrt, so schön die Route und die Sehenswürdigkeiten auch waren, sind viele geschafft gewesen und haben sich kurz nach acht Uhr abends auf die regnerische Heimreise gemacht. Ein paar wenige haben in der Region ein Hotelzimmer gemietet wie es Peter auch bereits in der Anmeldung angegeben hatte.
Trotz des Regens hat sich die Ausfahrt sehr gelohnt und ich möchte hier Peter und Manuela nochmals herzlich danken für die Organisation welche ausgesprochen gut funktioniert hat.
PS: Das Schauen auf den Hintermann hat sehr gut funktioniert. Wir haben es getestet, als ein Fahrer kurz eine Pinkelpause einlegen musste und den Konvoi aufholen musste. An jeder Abzweigung hat der letzte gehalten und somit sichergestellt, dass wir alle den Anschluss nicht verloren haben.
Text: Beat